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Ein Buch entsteht im Herzen und dann auf dem Papier ...

 

 

Ich werde oft gefragt, ob es nicht schwer sei, ein Buch zu schreiben. Ja und auch nein!

 

 

Schreiben erfordert sehr viel Selbstdisziplin, einen guten Plot und natürlich - je nach dem, was man schreibt - eine gute Recherche. Auch sollte das sprachliche und kreative Potenzial vorhanden sein. Ist man dann im Workflow, zumindest ist es bei mir so, schreibe ich konsequent durch, bis mein Werk fertig ist. Sicherlich mache ich auch Pausen, nur fallen die mir dann schwer, denn ein Buch in der Entstehung ist für mich wie Kopfkino. Ein Film von A bis Z, der raus will.

Ich weiß nicht, ob ihr euch vorstellen könnt, wie lange es dauert und wie viel Arbeit es macht, ein Buch zu schreiben, damit es die Menschen erreicht? Wenn man einmal im Workflow ist, also in dem Arbeitsprozess, dann geht es manchmal recht zügig voran und dennoch braucht man oft Wochen und Monate. Der grundsätzliche Plot-Gedanke besteht am Anfang eines Buches immer, aber die Entwicklung nimmt oft erstaunliche Veränderungen, sodass man selbst am Ende manchmal als Autor überrascht ist.

Ich habe mein Manuskript "Elche morden nicht" einem ausgewählten Testpublikum (Freunden, Journalisten und zufällig gewählten Menschen) zur Verfügung gestellt. Ich war gespannt auf die Rückmeldungen und auch überwältigt von spontanen Reaktionen, die ausschließlich positiv waren und alle darin gipfelten, dass nach einer Fortsetzung gefragt wurde. Alle Testleser berichteten, dass sie, als sie angefangen hätten zu lesen, nicht mehr aufhören konnten und es in einem Stück durchgelesen hätten. Eine Frage bewegte alle Leser am Ende, und zwar, wie es für meinen Protagonisten weitergehen und wie es für ihn persönlich ausgehen würde. Tja, wenn ich das mal selbst wüsste ...

Ich sehe es mal optimistisch für ihn: "Alles wird gut." Auf dem Papier ist alles möglich, im Leben ist es leider nicht ganz so einfach.

 

Ich selbst bin immer mein ärgster Kritiker und letztlich bin ich zwar immer überzeugt davon, was ich schreibe, aber dennoch war für mich das Schreiben eines Krimis ein völlig neues Genre. Den Gedanken, einen Krimi irgendwann einmal zu schreiben, hatte ich schon vor einigen Jahren, habe das aber immer wieder verworfen. Weniger weil ich es mir nicht zugetraut habe, sondern viel eher, weil es immer an der Zeit mangelte und ich nur einen diffusen Plot-Gedanken hatte.

Alles braucht letztlich seine Zeit und wenn bestimmte Umstände, Ereignisse und Gegebenheiten zusammenkommen und alles passt, fließt es wie ein Film und dann entsteht relativ schnell ein Buch - zumindest ist es bei mir so. Ich schreibe meist konsequent durch, was natürlich viel Disziplin erfordert. Es ist eine nicht beschreibbare Komplexität, die dann einsetzt.

 

„Elche morden nicht“ sollte eigentlich eine ganz andere Entwicklung nehmen, der ursprüngliche Plot war eine reine fiktive Geschichte. Dass am Ende dieses Buches so viel eigene Anteile und Gefühle eingeflossen sind, war nicht vorhersehbar, aber genau das macht es aus, dass ein Werk auch authentisch wird. Vom Ergebnis war ich selbst  überrascht. Da greift ein wenig mein Motto: Leben ist bunte Bewegung - und das Schreiben ist das letztlich auch. Diese Mischung macht den Unterschied, denke ich.  

Ich wünsche allen viel Vergnügen beim späteren Lesen dieses Buches. Ich nehme es auch nicht übel, dass ihr es vielleicht in einer Nacht lesen werdet, auch wenn ich nicht davon begeistert bin, dass ich so konsumiert werde, denn das bedeutet, dass ich ja meinen Grundsätzen untreu werden müsste und eine Fortsetzung schreiben muss. Es sollte eigentlich mein einziger Krimi bleiben, aber ich wäre nicht ich, wenn ich da nicht schon einen weiteren Plot im Kopf hätte...*gg*. Immerhin finde ich es richtig gut, dass ich wieder schreiben kann und neue Ideen habe. Was leider lange Zeit nicht so war.

 

Während des Schreibens verschlinge ich im Übrigen Berge von Gummibären, Lakritzen und Schokolade, denn das normale Essen vergesse ich dann leider oft.

Wenn ein Buch fertig ist, gibt es ein neues Ritual. Einen großen Becher Kakao mit Sahne und Kekse. Nervennahrung für die Phase, in der man dann mit Lektoren diskutiert und die Dateien hin und her jagen *gg. Bis ein Buch  endlich druckreif ist, bedarf es vieler Diskussionen, denn letztlich müssen und wollen alle hinter dem Werk stehen - das ihr dann in einer Nacht verschlingen könnt *gg*.

Herzlichst  

Henry-Sebastian

 

"Elche morden nicht" ist in knapp vier Wochen als Rohmanuskript entstanden, mit riesigen Mengen Kaffee, Gummibären, Schokolade, wenig Schlaf (ich bin da Minimalist) und mit sehr viel Emotionen verschiedener Art.  

  

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